Verdammte Sucht

Wen es nicht weiter interssiert, kann jetzt weiterblättern!
Es geht ums Rauchen!

Wir schreiben das Jahr 2013 und es ist genau die rechte Zeit, einiges im Leben einmal genau anzusehen. Zunächst stellt sich die Frage wo fange ich an ?

Ich habe früh angefangen aktiv zu rauchen, Zigaretten gehörten familienbedingt zum Lifestyle. Im Freundeskreis wurde nicht drüber gesprochen, es wurde geraucht das die Schwarte kracht.

Nikotinsüchtig bin ich wahrscheinlich schon viel länger, immerhin war ja Nikotin auch in den frühen Softdrinks (besonders in den welche man den Kindern gern mal mitgebracht hat). Es gab da die ersten Tetrapacks (Sunkist) die tasächlich nur 4 Ecken hatten. Da war Nikotin drin, angeblich als Konservierungsmittel.

Rauchen war in meiner Kindheit ein gesellschaflich anerkannter Lifestyle, und kein allgemein und zurecht geächtetes Laster.

Alle haben geraucht: Urgroßvater, Großvater, Vater, Onkel und sogar ein paar Tanten.
Niemand hat sich was dabei gedacht, und wer mal seine Packung vergeesen hatte, für den hatte Oma immer eine im Küchenschrank liegen.

Ich erinnere mich noch an manches Fest in der Familie erinnern, alle waren guter Dinge und es roch nach Braten und Eiersalat, Kaffee und Kuchen, nur an den Rauchgeruch kann ich mich nicht mehr erinnern.Komisch, an den Nebel schon. Meinen Großvater sah man fast nie ohne seinen Stumpem.. Damals erzählte man sich Geschichten worin Zigaretten als einzige wertvolles Zahlungsmittel, Erwähnung fanden. Die Geschichten aus dem Krieg . .

Zu meinen vornehmsten Aufgaben gehörte es, seit ich gefahrlos die Straße überqueren konnte, für meinen Urgroßvater die Zigaretten am Automaten zu besorgen (Immerhin waren die Automaten noch nicht so hoch aufgehängt, als Dreikäsehoch konnte ich Geld einwerfen und bequem die Schublade ziehen, kein Problem.

Natürlich hatte ich als Pimpf Erfahrung mit Streichhölzern, Urgroßvater(97 Jahre alt, verstorben mit 98 Jahren) war ziemlich zittrig und ab und an hat er sich von mir schon mal eine anzünden lassen. (Ich war noch nicht in der Schule). Sonst hat das die Oma (Nichtraucherin) erledigt. 1965 ist mein Großvater(63 Jahre alt) an Bauchspeicheldrüsenkrebs elend verreckt, er hatte furchtbar gelitten. Damals hat das niemand mit Zigaretten in Verbindung gebracht. Ausserdem hat mein Opa ja nur Zigarren geraucht (Sumatra Fehlfarben und am Sonntag mal was Ordentliches).

Völlig klar, zu Beginn meiner Schulzeit habe ich das Rauchen auch einmal probiert und mir ist furchtbar schlecht geworden. Das hatte ich aber einige Jahre später wieder verdrängt. Denn nach der Grundschule änderte sich das Leben, doch eines hatte Bestand:

Rauchen war und ist in der Gesellschaft tief und fest verankert.

Der Freundeskreis mit dem ich meien frühe Jugend verbracht habe hat natürlich geraucht. Immer lag irgendwo eine Schachtel Zigaretten. Mitm Fahrrad nach Kleve zum Rasenmähen zu Onkel Ton, na klar es gab Cola und Zigarillos. Aufm Weg hin und zurück, natürlich Raucherpausen.

Wenn man mal irgendwem geholfen hatte wurden man gefragt: „Rauchst du schon ?“, und sozusagen als Trinkgeld gabs eine Schachtel Kippen

Eigentlich bin bin schon mein ganzes Leben abhängig. Die Sucht begleitet mich durch alle Lebenslagen. Wenn ich mir keine Zigaretten leisten konnte bin ich auf anderen Ersatz umgestiegen und habe Drehtabak geraucht. Durchschnittlicher Konsum, in den letzten Raucherjahren waren 2 große Packungen, oder ein Päckchen Tabak 50gr „sware Shag“ aus Holland. In Deutschland bekommt man ja nur noch 40gr/Pack.
Gelegendlich schon mal so lustige Zusätze, die aber nicht so lustig waren, dass ich sie dauerhaft konsumiert habe. Es war ja schließlich die Zeit wo man mal was ausprobieren wollte, ausserdem wars Illegal (na dann erst recht).

Es liegt auf der Hand, dass ich meine Sucht vererbt habe. 3 von 5 Nachkommen rauchen. Ich bin nicht stolz drauf und niemand sollte von dem Erzählstiel hier was lustiges ableiten, die Sache ist einfach zu ernst!

Rauchen frist Dich und Deine Freunde, auch Deine guten Freunde, deine Familie, deine Nachbarn und wahrscheinlich auch Deine Kinder.

In Erinnerung an:

Peter Forsthövel sen 2008 oder 2009 etwas über 63 Jahre alt, Lungenemphysem, Thomas Thurn 1999 36 Jahre alt Bauspeicheldrüdenkrebs,
Rudolf Schröder (Vater) 1997 66 Jahre alt Bauchspeicheldrüsenkrebs,
Harald Burchert 80er so alt wie ich Herzkreislaufkollaps dann ertrunken,
Sigfried Duda 90er Lungekrebs
Paul Mohren (Großvater) 1965 62 Jahre alt Bauchspeicheldrüsenkrebs,

Noch nicht ganz Tod:

Veronika, Achim, Rudi, Karl-Heinz, Heinz, Peter, Jutta.
Diagnosen Herzinfarkt, Schlaganfall, LungenCA, teilweise nicht dramatisch erkrankt
(Das ist ne Baustelle hier, es geht noch weiter . . . )

Jeder halbwegs vernünftige Mensch sagt: „Hör doch einfach auf zu rauchen.“.

Ja richtig, für vernünftige Menschen trifft das auch genau den Punkt. Ich bin nicht vernünftig, ich bin süchtig! Ist ja nicht so als hätte ich es noch nicht versucht. Einmal ist es mir ja auch 18 Monate gelungen, ein anderes Mal 6 Monate. Im lezteten Raucherjahr habe ich es genau 365 Mal getan.

Ich war beim Psychiater, beim Internisten, ich habe Sport getrieben, mein Leben und meine Gewohnheiten umgekrempelt. Nikotinpflaster, Kaugummis usw. . .nichts hats genutzt. Garnienichts

Für meinen Teil hatte ich das Rauchen aufzugeben schon aufgegeben. Ich habe dann was von Suchtverlagerung gehört, dass habe ich dann probiert. Das aber ist ein neues Kapitel

Suchtverlagerung
ezigarette-extrem-schaedlich-geldRichtig ich habe meine Sucht verlagert. 2010  bin ich ans Dampfen gekommen. Ich glaube damit habe ich zumindestens einen großen Teil der Krebserreger aus meinem Konsum ausgeschlossen. Anstelle von über 4000 hochgiftigen Stoffen. Inhaliere ich ein Gemisch aus Propropylenglycol, Glycerin mit Lebensmittelaromen. Dem habe ich eine geringe Menge Nikotin zugesetzt und reduziere es mit jedem neuen Ansatz. Zur Zeit bin ich bei 1-2mg/cm² gemischtes Liquid. Da diesem Gemisch die Stoffe fehlen die das Nikotin an den Bronchen anheften und ich keinerlei resorbtionsfördernde Mittel zusetze, ist die Nikotinaufnahme weit unter dem, was ich als Raucher zu mir genommen habe. Im Moment kann ich nur sagen es fehlt mir an nichts.

Angefangen habe ich mit 18mg/cm², das habe ich allerdings nur eine Woche ertragen. Die Folge waren erhebliche Kopfschmerzen. Da aber der Gaschmacks und Geruchssin zurück gekommen ist habe ich das Dampfen nicht gleich aufgegeben sondern die Nikotinmenge im Laufe eines vierteljahres auf 6mg/cm2 reduziert.

Dann habe ich an der konsumiertten Menge gearbeitet. Zur Zeit konsumiere ich 10 ml, 2mg/cm², also 20 mg Nikotin täglich. Immerhin die halbe Menge wie zu aktiven Raucherzeiten.. Da von der konsumierten Menge nur ein Bruchteil aufgenommen wird, lebe ich seit einer Weile nahezu nikotinfrei. Neben der Rückkehr des Geschmacksinns und der Fähigkeit zu riechen, verzeichene ich einen erheblichen Kondionsgewinn.

Weitere Nebeneffekte:
Die Wohnung stinkt nicht mehr nach Aschenbecher.
Die Suchtbefriedigung ist erhbleich preiswerter geworden.

Fazit:
Ich kann jedem Raucher nur raten, jetzt erst recht, sich eine Möglichkeit zu suchen, seine Sucht zu verlagern. Wenn das mit dem Aufhören nicht klappt.

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „Verdammte Sucht

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